Beispiel natürliche und angesäte Ackerrandstreifen in Abschnitten auf dem Zeteler Esch, in der Zeteler Marsch und in Neuenburgerfeld

"Brach liegenlassen bringt häufig mehr als reine Blühstreifen" / „Kaum ein Beruf ist so sehr von der Natur abhängig wie der des Landwirten, daher sollten wir alles tun, um die Kulturlandschaft mit all ihrer Vielfalt zu erhalten und zu fördern“

Torsten Helmerichs, Zeteler Marsch

 

Silomais. Um alle Felder legt er die kombinierten Blüh- und natürlichen Ackerrandstreifen an.

 

Um alle seine Fläche finden sich Ackerrandstreifen (3-5m breit), kombiniert aus unbearbeiteten mehrjährigen Abschnitten und 20-30m langen angesäten Streifen (Aussaat).

 

So entstehen abschnittsweise natürliche und angesäte Ackerrandstreifen

 

Ansaat Problem:

Saat kommt nicht garantiert auf,

Aufwand und Kosten sind groß

Streifen müssen regelmäßig neu angelegt werden, Nachteil für die Insekten (Überwinterung und Kinderstube für Insekten)

 

Saatgut: Honigbrache, von der Jägerschaft empfohlen, Regio-Saatgut von Agrarvis

Saatgut von der Molkerei Ammerland

 

Bei der Bewirtschaftung der Fläche werden in den vorhandenen natürlichen Ackerrandstreifen jeweils 20-30 m lange Blühstreifen neu angesät. Somit hat man eine Kombination aus blühenden Abschnitten für blütenbesuchende Insekten und Abschnitten, in denen sich die natürliche Vegetation entwickeln. Diese Abschnitte dienen Insekten, Kleintieren, Amphibien und Kleinsäugern ganzjährig als Nahrungsraum, Kinderstube, Unterschlupf und Überwinterungsraum.

Außerdem: Kiebitz-Gelegeschutz auf dem Acker in der Zeteler Marsch

Wie geht das?

So entsteht ein natürlicher und angesäter Ackerrandstreifen in Abschnitten:

 

Torsten Helmerichs, Familienbetrieb und 4 Angestellte,

Milchviehbetrieb, etwas 280 Milchküche, 170 ha. Dauergünland, 50 ha. Ackerfläche, Silomais. Um alle Felder legt er die kombinierten Blüh- und natürlichen Ackerrandstreifen an.

Um alle seine Fläche finden sich Ackerrandstreifen (3-5m breit), kombiniert aus unbearbeiteten mehrjährigen Abschnitten und 20-30m langen angesäten Streifen (Aussaat).

 

Ansaat Problem: Saat kommt nicht garantiert auf, Aufwand und Kosten sind groß

Streifen müssen regelmäßig neu angelegt werden, Nachteil für die Insekten (Überwinterung und Kinderstube für Insekten)

 

Saatgut "Honigbrache" der Firma Agrarvis, in Zusammenarbeit mit der Landesjägerschaft Niedersachsen und Landesverband Hannoversche Imker e.V. entwickelt und erprobt und förderfähig.

Saatgut "Ammerländer Bienenschmaus" der Molkerei Ammerland

 

Jährlicher Flächenantrag als Blüh- und Bejagungsschneisen: Fläche bleibt dadurch in der Förderprämie

 

Was hat die Pflanzen- und Tierwelt davon?

Pflanzen:

 

Insekten und andere Kleintiere:

 

Vögel, Amphibien und Kleinsäuger:

 

Weitere Informationen:

 

 

Publikation: The hidden multitrophic diversity of specialized grass-shoot insects – neglected by grassland management, Universität Göttingen https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1439179126000046?via%3Dihub

In Wiesen gibt es eine versteckte Vielfalt: kleine, unscheinbare Wespen, Gallmücken, Fliegen, Käfer und andere Insekten, die in Pflanzen leben. Dabei sind sie insbesondere in mehrjährigen Gräsern sehr verbreitet. Das zeigt eine Studie, die nun in Basic and Applied Ecology" veröffentlicht wurde. Die Forschenden empfehlen darin eine Anpassung des Grünlandmanagements.

Für die Studie haben die Forschenden über 23.000 Grashalme vermessen, seziert und nach Insekten abgesucht. In zehn mehrjährigen Gras-Arten fanden sie 255 Arten von Insekten, in fünf einjährigen Gras-Arten keine einzige. Je länger die Halme einer mehrjährigen Gras-Art sind, desto großer ist die Artenvielfalt darin. Rund ein Drittel der Insektenarten ernährt sich direkt vom Gras, Die übri-

gen Arten leben parasitisch. Nahezu zwei Drittel der Insekten sind auf Gräser spezialisiert, die Hälfte davon auf einzelne Grasarten. Teile des Grünlands sollten mehrere Jahre ungemäht bleiben, so das Fazit. Uni Göttingen/ 'R

Informationen zur Umsetzung / Fördermaßnahmen / Was muss beachtet werden?

Bei der Bewirtschaftung der Fläche werden in den vorhandenen natürlichen Ackerrandstreifen jeweils 20-30 m lange Blühstreifen neu angesät. Somit hat man eine Kombination aus blühenden Abschnitten für blütenbesuchende Insekten und Abschnitten, in denen sich die natürliche Vegetation entwickeln. Diese Abschnitte dienen Insekten, Kleintieren, Amphibien und Kleinsäugern ganzjährig als Nahrungsraum, Kinderstube, Unterschlupf und Überwinterungsraum.

Jährlicher Flächenantrag als Blüh- und Bejagungsschneisen: Fläche bleibt dadurch in der Förderprämie

Bejagungsschneisen und Biodiversitätsflächen

 

Um die Schwarzwildbestände besser regulieren zu können, ist seit einigen Jahren hinsichtlich des Förderrechts die Anlage von Bejagungsschneisen in Ackerkulturen in Niedersachsen/ Bremen/ Hamburg erleichtert worden.

BejagungsschneisenStephanie KrickemannDamit wurde gleichzeitig auch eine Möglichkeit geschaffen, dass Streifen und Flächen zur Förderung der Biodiversität, zur Schaffung und Erhaltung naturnaher ökologischer Lebensräume sowie zum Erhalt der genetischen Vielfalt auf Ackerflächen angelegt werden können. So werden zusätzliche Nahrungs- und Rückzugsräume, insbesondere für diverse Insekten und Vogelarten, aber auch für andere Tiere der Feldflur, geschaffen. Durch ihren Blühaspekt bereichern derartige Streifen und Flächen das Landschaftsbild.

Link:

https://www.agrarfoerderung-niedersachsen.de/agrarfoerderung/news/40524_Bejagungsschneisen_und_Biodiversitaetsflaechen_ab_2023, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Oldenburg

 

Bewilligungsstelle Oldenburg: https://www.lwk-niedersachsen.de/lwk/kontaktmanager/adr144_Bewilligungsstelle_Oldenburg

 

 

Lust mitzumachen?

Landwirtschaft prägt über die Erzeugung von Lebensmitteln und Energie hinaus unsere Kulturlandschaft und trägt eine besondere Verantwortung für den Erhalt unserer biologischen Vielfalt: Naturnah belassenen und angesäte Ackerrandstreifen, extensiv genutzte Wiesenbereiche, Wallhecken etc. schaffen wertvolle Lebensräume für unsere heimischen Tier- und Pflanzenarten.

Die hier vorgestellten Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt zeigen, wie Landwirte im Landkreis Friesland Verantwortung für Natur und Umwelt übernehmen und damit wichtige Beiträge  für stabile Ökosysteme leisten – als Grundlage für die Lebensqualität unserer heutigen und zukünftiger Generationen.

Dabei addieren sich viele auch scheinbar kleine Maßnahmen und sind von Bedeutung: Jede Maßnahme macht einen Unterschied.

Das hier gezeigte Engagement ist ein bedeutender Schlüssel für den Natur- und Artenschutz vor Ort. - Angesichts des fortschreitenden Artenrückgangs zählt jeder Quadratmeter.

 

Lust mitzumachen? - Wir sind Ansprechpartner für Fragen und Anregungen:

  • Landwirt: Torsten Helmerichs, E-Mail: torsten@helmerichs-landwirtschaft.de, Tel.:
  • Ammerländer Landvolkverband e.V.: Dipl. Ing. agr. Dr. Tatjana Hoppe, E-Mail: Tatjana.Hoppe@landvolk-ammerland,de, Tel.: 04488-837-44
  • Kreislandvolkverband Friesland e.V.: Manfred Säfken, E-Mail: manfred.saefken@ewetel.net, Tel.: 04452 364
  • Landkreis Friesland, Fachbereich Umwelt / Niedersächsischer Weg: Verena Radek, E-Mail: v.radek@friesland.de, Tel.: 04461 9195090
  • Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Fachbereich Klima, Natur- und Ressourcenschutz, Biodiversität: Nora Kretzschmar, E-Mail: nora.kretzschmar@lwk-niedersachsen.de, Tel.: 0441 801-408
  • Projekt Naturkieker der Oldenburgischen Landschaft: Petra Walentowitz, E-Mail: p.walentowitz@naturkieker.de, Tel.: 0162 4362983

Weitere Informationen:

Lust mitzumachen? Feedback zur Maßnahme?

Autorinnen & Autoren

  • Torsten Helmerichs, Landwirt
  • Verena Radek, Landkreis Friesland, Fachbereich Umwelt / Niedersächsischer Weg
  • Petra Walentowitz, Projekt „Naturkieker“ der Oldenburgischen Landschaft